Gute drei Monate sind vergangen, seitdem die Fraunhofer Austria Research GmbH ihr Innovationszentrum für „Digitale Transformation der Industrie“ am Standort Wattens eröffnet hat. Grund genug ein erstes Fazit zu ziehen.

Es war im Februar 2016, als Landeshauptmann Günther Platter, Prof. Dr. Wilfried Sihn (Geschäftsführer Fraunhofer Austria Research GmbH) und der Geschäftsführer der Destination Wattens Regionalentwicklung GmbH, Matthias Neeff, im Rahmen eines Pressegesprächs verkündeten, dass es aufgrund intensiver gemeinsamer Bemühungen gelungen war, Fraunhofer mit einem neuen Innovationszentrum am Standort Wattens anzusiedeln. Somit ist Fraunhofer Austria nun nicht mehr nur in Wien und Graz, sondern auch in Tirol vertreten. Seit September ist es nun offiziell eröffnet. Michael Stockinger leitet seitdem die Geschicke des Innovationszentrums „Digitale Transformation der Industrie“ oder kurz „Industrie 4.0“.

Es ist nämlich genau diese, den nächsten großen Wandel herbeiführende, technologische (R)evolution, die Fraunhofer in Zusammenarbeit mit den Tiroler Industriebetrieben intensiv beschäftigen wird. Wichtige Fragen hierbei sind: Wie müssen Unternehmen ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln, damit sie auch in der immer stärker digitalisierten Welt erfolgreich sein können und welche Qualifikationen brauchen die Menschen, die in den sich immer schneller transformierenden Betrieben arbeiten? Michael Stockinger ortet im Bewusstsein für den dramatisch voranschreitenden Wandel signifikante Defizite bei den Unternehmen. Deutschland, zum Beispiel, ist in der Umsetzung schon viel weiter. Es ginge nicht nur darum, effizienter zu werden – dass dies notwendig ist, hätten die Unternehmer der DACH-Region durchaus erkannt –, sondern um einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil und das sei den Unternehmern vielfach noch nicht klar. Genau hier setzt Fraunhofer zunächst an.

Ziel ist es, die Forschung im Bereich der digitalen Transformation in den nächsten Jahren gemeinsam mit der Industrie zu schärfen. Dazu Michael Stockinger: „Wir haben mittlerweile viele Gespräche geführt, die Industriepartner dabei abgeholt und auch bereits zwei neue Projekte aufgesetzt, die im ersten Quartal 2017 starten werden und einen hohen Industrie-4.0-Charakter haben.“ Um die Unternehmen bestmöglich zu unterstützen, wendet Fraunhofer ein sogenanntes Reifegradmodell an, mit dem man relativ schnell abschätzen kann, wo Unternehmen in Bezug auf die digitalen Herausforderungen stehen. So lassen sich auch Brücken zum Thema Data Science schlagen, um auch dieses entsprechend zu entwickeln. Dabei geht es darum, Wissen aus Daten zu extrahieren, daraus Zusammenhänge abzuleiten und dadurch Geschäftsmodelle zu verbessern oder neue aufzubauen. Hierzu braucht es zunächst aber aussagekräftige Daten und Analysen. „Daten sind das Öl der Zukunft“ so Stockinger weiter „und wir müssen lernen, sie zu nutzen.“ Neben den vielen individuellen Gesprächen gab es seit Eröffnung außerdem Kaminabende, bei denen Tirol spezifische Themen behandelt und Unternehmen sensibilisiert wurden.

Wie geht es von hier aus weiter? Michael Stockinger dazu: „Das Pilotprojekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt, dann folgt eine Evaluierung, um zu sehen, ob die Richtung stimmt. Wir würden gerne eine Anbindung an die entstehende Stiftungsprofessur der Universität Innsbruck schaffen, die zu einem zentralen Dreh- und Angelpunkt werden soll. Darauf freue ich mich sehr. Es geht uns darum, das Thema zu entwickeln und nachhaltig zu betreiben. Mittlerweile ist auch das Budget dafür freigegeben und die Politik zieht mit. Im kommenden Jahr soll unser Team um vier Mitglieder erweitert werden.“

Es bleibt also spannend im Hause Fraunhofer Austria. Und wir werden natürlich auch künftig über aktuelle Entwicklungen des Innovationszentrums für „Digitale Transformation der Industrie“ berichten.

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